Mittwoch , 29 März 2017
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Erfolgreichere Websites durch Barrierefreiheit

Barrierefreies Internet bezeichnet Maßnahmen, die allen Nutzern gleichermaßen uneingeschränkten Zugang zu Online-Ressourcen gewährleisten sollen. Das betrifft vor allem zwei Bereiche, einerseits die technischen Möglichkeiten, die einem Nutzer zur Verfügung stehen, und andererseits dessen körperliche und geistige Fähigkeiten, die unter anderem vom Lebensalter sowie von gesundheitlichen Kriterien abhängen. In vielen Fällen bietet ein barrierefrei gestaltetes Webangebot aber auch Nutzern mit bester technischer Ausstattung und höchster persönlicher Leistungsfähigkeit Vorteile. Außerdem sind barrierefreie Webseiten oft auch für Suchmaschinen besser „lesbar“. Daher ist das barrierefrei ausgerichtete Design auch ein probates Mittel, wenn Sie Ihre Homepage oder Website optimieren wollen, um das Ranking zu verbessern oder die Conversion Rate zu steigern.

Was bedeutet barrierefrei für Webdesign und Webhosting?
Bei der Diskussion der spezifischen Eigenschaften eines barrierefreien Internets ist zunächst einmal festzuhalten, dass sich diese mit der technischen Entwicklung des Internets ebenfalls ändern. Neuartige Elemente im Webdesign können dabei neue Hürden aufbauen, aber auch die barrierefreie Gestaltung erleichtern. Ein wesentlicher Umbruch bedeutete der Übergang von den größtenteils textbasierten Informationen des frühen Internet zu einem zunehmend grafischen Medium, den die Einführung des World-Wide-Web 1991 mit sich brachte. Es heißt zwar, ein Bild sagt mehr als 1000 Worte, aber das trifft nur dann zu, wenn der Empfänger der Botschaft die visuelle Information auch dekodieren kann. Diese Voraussetzung ist aber häufiger nicht erfüllt als Sie vielleicht denken. So können zum Beispiel auch die Robots, mit deren Hilfe Suchmaschinen ihre Datenbanken füllen, nur sehr beschränkt Informationen aus Bildern gewinnen. Webseiteninhalte in Textform lassen sich aber zum Beispiel auch durch Computerprogramme, sogenannte Screenreader vorlesen und auch Mobilgeräte wie Smartphones und Tablets bieten inzwischen standardmäßig vergleichbare Funktionalitäten. Textbasierte Inhalte sind daher unverzichtbar, wenn Ihre Homepage barrierefrei sein soll. Die im Web verwendete Seitenbeschreibungssprache HTML bietet zum Glück einfache Möglichkeiten, um visuelle Inhalte, wie Bilder, durch Informationen in Textform zu ergänzen, die das normale Erscheinungsbild Ihrer Homepage nicht verändern, egal welche Entwicklungswerkzeuge Ihr Webhosting Anbieter bereit hält. Der sogenannte Alt-Tag eines Bildes, den Sie im HTML-Quelltext notieren, wird zum Beispiel nur dann angezeigt, wenn das Bild selbst nicht dargestellt werden kann. Dafür können sehr unterschiedliche Ursachen verantwortlich sein. So ist es beispielsweise möglich, dass vorübergehende Engpässe oder Unterbrechungen der Internetverbindung das Laden eines Bildes verhindern. Die visuellen Inhalte stehen in der Regel nicht direkt im HTML-Quelltext einer Webseite, sondern werden als externe Ressourcen hinzugeladen. Daher kann auch eine fehlerhafte Referenzierung das Fehlen der Bilder verursachen. Die Anzeige grafischer Inhalte kann aber auch bewusst vom Benutzer unterdrückt werden oder vom Browser gar nicht unterstützt sein. Darüber hinaus werten auch Suchmaschinen den Inhalt der Alt-Tags aus, um sinnvolle Antworten auf Suchanfragen liefern zu können.

Worauf Sie beim Webhosting für barrierefreies Internet achten sollten
Die Veränderung der Rahmenbedingungen für ein barrierefreies Internet betreffen nicht nur solch grundlegende Wandlungen, wie die Verlagerung des Schwerpunkts von der textuellen zur visuellen Darstellung. Auch Details, wie zum Beispiel die Schriftgrößeneinstellung, sind davon betroffen. Ein Text, den Sie beim Entwurf Ihrer Webseite perfekt lesen können, kann daher schon aus technischen Gründen für einen Besucher Ihrer Homepage zu klein oder auch zu groß sein. Dazu kommen noch individuelle Anforderungen an die Schriftgröße, die insbesondere auf Einschränkungen der Sehkraft des Nutzers zurückzuführen sind. Zu den ersten Maßnahmen, die auf einen barrierefreien Zugang zu Webangeboten zielten, gehörten daher Bedienelemente für die Veränderung der Schriftgröße. Diese sind besonders beim Webhosting öffentlicher und behördlicher Angebote zu finden. Inzwischen bieten Webbrowser in der Regel universelle Möglichkeiten für die Schriftgrößeneinstellung. Diese haben den Vorteil, dass sie bei allen Webseiten auf die gleiche Art zu bedienen sind. Ein Benutzer, der sie benötigt, muss also nicht erst die Seite absuchen, ob, wo und in welcher Weise diese eine eigene Schriftgrößeneinstellung anbietet. Daher sind solche Elemente nicht mehr entscheidend für die Beurteilung der Barrierefreiheit eines Webauftritts.
Dagegen ist es auch weiterhin wichtig, dass Sie den Benutzern Ihrer Website die Entscheidungsfreiheit lassen, die Darstellung der Seiten ihren persönlichen Anforderungen anzupassen. Diese Grundvoraussetzung eines barrierefreien Webdesigns wird leider auch von aktuellen Entwicklungswerkzeugen für Webseiten nicht ausreichend berücksichtigt. Auch wenn Sie Ihre Homepage zum Beispiel mit einem Bootstrap Webhosting Template als Responsive Webdesign realisieren, ist sie nicht automatisch barrierefrei. Warum ist das so?
Die tatsächliche Größe einer Schrift ist nicht nur von den Vorgaben im Quelltext einer Webseite, sondern auch von den technischen Randbedingungen des Ausgabegeräts abhängig, das eine Webseite darstellt. Mit aktuellen Werkzeugen wie HTML5 können Sie zwar gerätespezifische Informationen wie die Auflösung oder Pixelzahl der Anzeige auswerten und darüber definierte physikalische Größe vorgeben. Das setzt aber nicht nur voraus, dass diese Werte vom Gerät korrekt übermittelt werden, sondern auch, dass sie sich überhaupt eindeutig bestimmen lassen. Letzteres ist zum Beispiel bei einem Beamer nicht der Fall. Ein digitaler Projektor kann zwar die Anzahl der dargestellten Pixel exakt zurückmelden, nicht aber die Auflösung, denn die Bildgröße und damit die DPI hängen unter anderem vom Abstand zwischen Linse und Projektionsfläche ab. Diese Werte sind also gar nicht spezifisch für das Gerät, sondern hängen von den Projektionsbedingungen ab.
Sicherlich können Sie das Surfen mit einem Beamer als Anzeigegerät als eine Ausnahme betrachten, aber bei der Barrierefreiheit geht es gerade um die Ausnahmefälle. Der Durchschnittssurfer ist nicht auf das barrierefreie Internet angewiesen. Denken Sie in diesem Zusammenhang auch an die Zukunftssicherheit, denn die Ausnahme von Heute kann der Regelfall von Morgen sein. Ein lehrreiches Beispiel sind in dieser Hinsicht Webdesigner, die Ende der 1990er-Jahre Webseiten für eine feste Fenstergröße gestalteten, oft die 1024×768 Pixel des XGA-Standards, und entsprechende Vorgaben für die Bildschirmdarstellung in die Webseiten integrierten. Die durchschnittliche PC-Bildschirmgröße wuchs zwar erwartungsgemäß weiter an, aber dann kamen Smartphones, auf mit Bildschirmen, die noch weniger Pixel darstellen konnten als der ursprüngliche IBM-PC rund zwei Jahrzehnte zuvor. Jetzt steigt auch die durchschnittliche Größe von Smartphone-Displays kontinuierlich, aber der nächste Schnitt ist bereits abzusehen. Smartwatches reduzieren nicht nur erneut die Display-Größe, sie bieten meist nicht einmal mehr die gewohnten rechteckigen, sondern quadratische oder sogar runde Bildschirmformate.

Warum ist barrierefreies Design für den Erfolg Ihres Webauftritts wichtig?
Wie bereits erwähnt geht es beim barrierefreien Internet um die Ausnahmen. Sie können sich mit Ihrem Webauftritt daher natürlich auf die Mehrzahl der Kunden beschränken, die in ihrem Surfverhalten dem Durchschnitt entsprechen. Im stetig wachsenden Angebot eines Internets, in dem die Konkurrenz immer nur einen Klick entfernt ist, können sich das aber zunehmend nur noch die ganz Großen leisten. Wenn Sie dagegen zu der Mehrheit der Anbieter gehören, die sich mit Nischenwebsites durchsetzen müssen, macht Ihnen die Mathematik einen Strich durch die Rechnung. Das entscheidende Stichwort heißt hier „Long Tail“ und stammt aus dem Bereich der Statistik. In Bezug auf die neuen Märkte des Online-Handels bedeutet es in Kürze, dass hier nicht der Durchschnitt, sondern die Ausnahmefälle den größeren Teil des Umsatzes ausmachen. Selbst Amazon macht einen wesentlichen Teil seines Umsatzes im Bereich Bücher mit ausgefallenen Titeln, die im konventionellen Buchhandel fast gar nicht angeboten werden. Ein barrierefreies Internet erschließt Ihnen daher auch ein bedeutendes Käuferpotential, dass Sie mit einem ausschließlich auf den Durchschnitt ausgerichteten Webdesign nicht erreichen können.

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